DER EINSAME AFFE IM ATELIER

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IMMENDORFFS AFFE, DIE SYMBOLFIGUR

Bei einem Besuch in Kassel zur „Documenta 2007“ sah ich eine Ausstellung von Immendorffs Skulpturen. Nicht nur dort war der Affe eine Symbolfigur, sondern auch in seiner Malerei.

Immendorff 2007 Kassel

Immendorff 2007 Kassel

Das kam mir in den Sinn, als ich zu Anfang des Jahres im Atelier darüber grübelte, ob ich einen Neubeginn wagen, oder weitermachen sollte, wie gehabt.

Grübelnde Alte / Kohle

Grübelnde Alte / Kohle

Eigentlich, so dachte ich, ist das Atelier meine Bühne, auf der ich mich immer wieder „zum Affen mache“, einem einsamen Affen, der seinem künstlerischen Trieb nachgibt, sich mit Farbe, Kohle und Stift auf Papier und Leinwand aus zu toben. Jaja, man hat auch Affen im Zoo mit einem Pinsel vor die Leinwand gesetzt, ihnen Farbe gereicht – und sie haben Bilder zustande gebracht, die sogar verkauft wurden. Also „gebe ich meinem Affen Zucker“ und gehe meiner Marotte, meiner Eitelkeit nach, ein Kunstwerk schaffen zu wollen. Der Affe gaukelt sich künstlerische Genialität vor, er macht sich lächerlich.

Vordergründig/Öl

Vordergründig/Öl

Der Affe als Karikatur des Menschen – haha, das scheint mir auch umkehrbar.
Immendorffs Maleraffe ist aber auch sein Schutzgeist, sein zweites, das andere Ich, ein Hausgeist, der über den inneren Frieden wacht. Also, was soll die Grübelei? Ich gebe meinem Affen nach und künstlere selbstvergessen vor mich hin, wie der Affe im Zoo und habe meinen Frieden im „Affentheater“ Kunst.

Auch ein gebildeter Mensch ist nur ein rasierter Affe

                       (nach Desmond Morris „Der nackte Affe“)

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