Asyl auf Formicula

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 Made in Formicula! Ja, das war der Inbegriff von Wertarbeit,

auf ganz Terra begehrt.

Arbeiten am Strand (Öl/Leinwand)

Arbeiten am Strand (Öl/Leinwand)

Formicula war auf Terra ein geordneter demokratischer Staat. Die Formiculaner waren fleissige, pünktliche, gewissenhafte Arbeiter. Genau, gründlich, ja mit Akribie gingen sie ihren Geschäften nach. Wenn die Arbeit zuviel  wurde, holten sie sich Gastarbeiter ins Land, die dort blieben und dabei halfen, den Wohlstand des Landes und den Reichtum der Formiculaner zu mehren. Die Gastarbeiter profitierten auch davon und viele integrierten sich.

Flucht (Öl/Leinwand)

Flucht (Öl/Leinwand)

Doch in vielen Staaten auf Terra herrschten Armut, religiöser Fanatismus, Unterdrückung und Bürgerkriege, ausgelöst von machtgierigen Tyrannen, Despoten und Oligarchen.  Manchen von der leidenden Bevölkerung gelang die Flucht in maroden Booten über das Meer. Sie strandeten an den Ufern Formiculas, doch auch viele ertranken jämmerlich. Die Formiculaner aber wendeten sich entsetzt ab.

Die Flüchtlinge glaubten im „Gelobten Land“ zu sein, als sie die Fleischtöpfe und Köstlichkeiten auf den Tischen der Reichen sahen.

Stilleben (Öl/Leinwand)

Stilleben (Öl/Leinwand)

Doch die Reichen fühlten sich belästigt,  die Ärmeren sich  durch den Hunger der Fremden bedroht und wollten sie nicht in ihrem Staat haben. Das empörte Campo, den Hüter der Gerechtigkeit sehr:„Habt ihr unsere dunkle Zeit der grossen Kriege vergessen, als viele von euch Flüchtlinge waren, unter Hunger und Armut litten? Erinnert ihr euch nicht mehr, ihr satten Maden im Speck?“ Campo kümmerte sich um die Fremden und gab ihnen in abgelegenen Flüchtlingsheimen Unterkunft und Brot. Da demonstrierten die Hartherzigen: „Wir wollen keine Asylanten. Die sollen dahin gehen, wo sie herkommen.“

Greisin (Tusche)

Greisin (Tusche)

Campo wurde tief traurig und ging in den Wald, um nachzudenken: ‚Ja wissen sie denn nicht, dass wir in einigen Jahren viel zu wenig Arbeiter haben werden? Wir werden zu viele Alte sein und zu wenig Nachwachsende haben. Wer soll im Alter ihre Fleischtöpfe füllen? Die Reichen werden noch reicher, die Ärmeren immer mehr werden.‘ Er seufzte bekümmert auf und stocherte in einem Ameisenhaufen herum. „Ach, wäre doch unser Gemeinwesen  so wohl organisiert und diszipliniert wie der eure.“ Er hatte nicht bemerkt, dass er den Ameisenstaat zerstört hatte.

Wer vom Tisch der Reichen zu essen will, muss  einen

goldenen Löffel mitbringen.

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Ein Kommentar zu Asyl auf Formicula

  1. „Wer vom Tisch der Reichen zu essen will, muss eine Pistole mitbringen!“

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